Vorurteile: Hunde aus dem Ausland schleppen Krankheiten ein

Immer wieder wird hartnäckig behauptet, dass es in Deutschland bestimmte Krankheiten (z.B. Leishmaniose) nur deshalb gibt, weil Hunde aus dem Ausland sie einschleppen und verbreiten.

Tatsache
Hunde aus dem Ausland schleppen keine Krankheiten ein,
die nicht vorher Wirtschaft und Tourismus längst hier etabliert haben.
Parasiten, Viren, Bakterien, Insekten kennen keine Grenzen und benutzen als Transportmittel nicht nur Hunde und Katzen. Täglich wechseln hundertausende Menschen, hundertausende Tonnen Gebrauchsgüter, tausende Nutztiere von einem Land in ein anderes.
Die Klimaveränderung trägt dazu bei, dass sich Lebewesen, ob ein- oder mehrzellig, in Wirtskörpern und ohne, in Gebieten wohl fühlen, wo sie vor Jahren noch keine Überlebenschance hatten.

Am Beispiel Malaria:
Malaria (von italienisch mal'aria schlechte Luft) auch Sumpffieber oder Wechselfieber genannt ist eine meldepflichtige Tropenkrankheit, die von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird. Die Krankheit wird in den Tropen und Subtropen durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles übertragen. Außerhalb dieser Gebiete lösen gelegentlich durch Flugreisende eingeschleppte Moskitosdie sogenannte Flughafen-Malaria aus. Hierbei sind alle Personen im direkten Umfeld von Flughäfen gefährdet, z. B. Flughafenbedienstete oder Anwohner.

Trotzdem käme niemand auf die Idee Fluggästen aus Malaria-Gebieten die Einreise zu verweigern.
Aber auch ohne die Anopheles-Mücke auf dem Flughafen, sterben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin weltweit jährlich 1,5 bis 2,7 Millionen Menschen an Malaria, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird auf 300 bis 500 Millionen Fälle geschätzt.
In Deutschland werden jährlich ca. 900 Erkrankte gemeldet, von denen 3 - 8 sterben (0,3 - 0,9 %). Der Großteil der Patienten ist in afrikanischen Endemiegebieten unterwegs gewesen (ca. 87 %), der Rest, also ca. 100 Menschen haben sich die Krankheit irgendwo geholt ... sicher nicht von aus dem Süden eingeschleppten Hunden.

RICHTIG ...
wir sprechen hier von Leishmaniose, genauer gesagt der viszeralen Form, und wie man lesen konnte, sind nicht nur Hunde Wirtstiere und somit Infektionsquellen, sondern viele Säugetiere, zu denen eben auch der Mensch gehört und sogar Vögel und Reptilien.
Die Durchseuchungsrate beim Menschen in Spanien liegt, je nach Verbreitungsgebiet der Sandmücke bei ca. 50 % - das heisst ca. 50 % aller Spanier tragen Leishmanien in sich (das bedeutet nicht, dass sie erkrankt sind oder erkranken werden) und jeder, der als Tourist das Land besucht, läuft Gefahr infiziert zu werden und als Infektionsquelle wieder nach Hause zu kommen.

Bei geschätzten 10 Millionen deutscher Touristen, die jährlich Spanien besuchen, werden das eine unglaubliche Menge an Menschen sein, die leishmanioseinfiziert nach Deutschland zurück kommen.
Wollen wir sie alle lieber nicht mehr rein lassen ?
Wir müssten dann auch noch alle Touristen aussperren, die in den anderen 87 Ländern der Erde, in denen Leishmaniose vorkommt, waren, denn selbst eine Eingangsuntersuchung würde uns nicht schützen, da die Leishmanien nicht sofort nachweisbar sind.
Unsere Soldaten aus Afghanistan müssen leider ebenfalls draussen bleiben, denn sie bringen möglicherweise die Orientbeule, eine andere Form der Leishmanioseinfektion, die den gleichen Übertragungsweg hat, mit. Mehrere Soldaten sind bereits erkrankt.
Und nicht zu vergessen: Menschen, die in einem der 88 Länder, in denen Leishmaniose auftritt, geboren sind, sollten wir ebenfalls nicht nach Deutschland lassen, da sie eine potentielle Infektionsquelle darstellen.

Die Überträgerin, die Sandmücke, ist durch den Klimawandel auch in einigen Gebieten Deutschlands heimisch.

Allerdings ist es ungleich komplizierter hier in Deutschland abends von einer Sandmücke, die auch noch vorher ein infiziertes Lebewesen gestochen hat, erwischt zu werden, als sich auf dem WC in der Kneipe Hepatits zu holen, oder sich durch Tröpfcheninfektion mit Tuberkulose anzustecken. Der Stich der Sandmücke ist übrigens so schmerzhaft, dass das in wachem Zustand niemand 5 Minuten (so lange braucht sie) aushält ...

Nun gibt es natürlich auch andere Erkrankungen, die ein Hund aus dem Süden mitbringen kann, aber das sind dieselben Erkrankungen, die auch jeder Hund in Deutschland bekommen kann. Dass ein Hund aus dem Süden oftmals nicht gut ernährt wurde, oder Verletzungen durch Misshandlungen hat, ist unbestritten, aber welche Gefahr sollte davon für die deutsche Bevölkerung ausgehen?

Gerne wird von Gegenern des Auslandstierschutzes auch noch mit sogenannten Mittelmeererkankungen wie Ehrlichiose oder Babesiose argumentiert. Das ist nun wirklich absoluter Unsinn. Ehrlichiose und Babesiose sind in Deutschland auch vertreten wie in den südlichen Ländern, weil die Überträger - Zecken - in vielen europäischen Ländern beheimatet sind.
Zudem besteht, wie bei der Leishmaniose, keinerlei Übertragungsweg von Säugetier zu Säugetier.

Fazit:
Kein Hund aus Spanien, Italien oder anderen Südländern ist gefährlicher als jeder einzelne Mensch auf dieser Welt.
Die Geschäftsinteressen sind natürlich bei Import/Export und Tourismus deutlich höher und werden deshalb Diskriminierungen weitestgehend verhindern. Bei Auslandshunden aus dem Tierschutz gibt es keine schützende Geld-Lobby und es kann ungezügelt pathologischer Fremdenphobie nachgegangen werden.

Vorurteil
Hunde aus dem Ausland nehmen Hunden in deutschen TH die Adoptionsstellen weg
Es wird gerne behauptet, dass südländische Hunde den Hunden in deutschen Tierheimen die potentiellen Familien wegnehmen. Menschen gehen nicht ins deutsche Tierheim, weil sie einen Südländer adoptieren. Die deutschen Tierheime sind deswegen übervoll.

Tatsache
Hunde aus dem Ausland nehmen Hunden in Deutschen Tierheimen die Adoptionsstellen nicht weg
Jeder Mensch, der einen Hund aufnehmen möchte, kann sich jederzeit in deutschen Tierheimen nach einem Kameraden umschauen. Jeder Mensch hat die FREIE WAHL und niemand wird bevormundet und es sollte auch niemand bevormundet werden. Wir leben in einer offenen Welt wo Jeder für sich entscheidet, ob er Produkte und Dienstleistungen aus dem Inland oder aus dem Ausland nutzt.
Für Alle sind die Grenzen offen, nur für die Hilflosen wollen wir sie dicht machen ?

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, der die Menschen trifft, die in ein deutsches Tierheim gehen, um da nach einem Hund oder einer Katze zu suchen.
In deutschen Tierheimen sitzen fast ausschließlich die Abfallprodukte einer tierfeindlichen Gesetzgebung, oder menschlichen Versagens.
Die Tierheime beherbergen meist die Tiere, die niemand mehr will, oder im schlimmsten Fall niemand mehr aufnehmen darf, weil sie als vermeintlich gefährlich eingestuft wurden.
Solche Hunde sind für die Familie, die einen netten Kameraden sucht, einfach nicht die erste Wahl. Es würde sich ja auch niemand, der einen Familien-Van sucht ein Moped holen, nur weil es in einem deutschen Mopedwerk produziert wurde.

So nüchtern das klingen mag, Angebot und Nachfrage sind auch bei der Aufnahme eines Tieres wichtige Kriterien. Viele deutsche Tierheime nehmen mittlerweile Auslandshunde auf, damit sie für ihre Interessenten überhaupt vermittelbare Tiere anbieten können und den unvermittelbaren Beständen somit das Überleben zu sichern.

Auch die Alten, Kranken und Gefährlichen müssen medizinisch versorgt werden, müssen gepflegt und gefüttert werden dafür sorgen dann die kleinen bis mittelgroßen Südländer, die über ihre Schutzgebühren den Napf der deutschen Restbestände füllen. Der Südländer rettet also sein eigenes Leben und das des deutschen Hundekollegen gleich mit.
Die meisten Tierheime müssen das heimlich tun, weil sonst Subventionen der Kommunen gestrichen werden.

Einige Kommunen lassen deutschen Tierheimen auch nur Unterstützung zukommen, wenn sie eine Mindestanzahl an Tieren beherbergen. Das führt leider auch dazu, dass eigentlich vermittelbare Hunde im Tierheim gehalten werden, um die finanzielle Unterstützung nicht zu verlieren. Auch hier sorgt der Gesetzgeber dafür, dass sich an der tristen Situation in vielen deutschen Tierheimen nichts ändert.
Zudem leiden die meisten deutschen Tierheime unter akuter Personalnot. Sie arbeiten mit Ehrenamtlichen, oder, wenn sie es sich leisten können, mit Zeitarbeitskräften.

Fazit:
Solange wir hundefreundliche Menschen in diesem Land haben, sollten sie auch die Möglichkeit bekommen mit einem passenden Kameraden zu leben und wenn dieser Kamerad in Deutschland nicht zu finden ist, warum sollte dann der Grieche, der Spanier, der Italiener in seinem Land sterben, nur damit wir deutsch bleiben haben wir das nicht Alles ca. 60 Jahre hinter uns ?
All die Produkte und Menschen, die täglich unsere Grenzen überschreiten, sind uns herzlich willkommen solange sie keine vier Beine haben?

(Quelle unbekannt)


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